Vorbereitete Materialhaufen auf einer kahlen Gartenfläche vor dem Mischen des Rasenbodens: heller gewaschener Sand und dunkle gesiebte Erde, dahinter eine Hecke, ein Holzzaun und Rasen in der tief stehenden Abendsonne.

Boden und Rasenanlage

Sand, Pflanzenkohle, Zeolith und Actino

Wann Sand, Pflanzenkohle, Zeolith oder Actino in Rasenböden sinnvoll sind – und wann nicht. Vergleichen Sie ihre Aufgaben und prüfen Sie die wichtigsten Angaben vor dem Kauf.

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In diesem Artikel

Sand verändert die mineralische Basis, Pflanzenkohle und Zeolith können beim Wasser- und Nährstoffhaushalt helfen, Actino ergänzt organische Substanz. Ein Mykorrhiza-Präparat hat eine andere Aufgabe und wird anders dosiert. Zuerst wählen wir danach aus, was dem Boden fehlt; erst dann bestimmen wir die Menge.

0,25–1mm
empfohlene Körnung des gewaschenen Sands
0,5–1mm
Körnung des Klinoptilolith-Zeoliths
4Helfer
Actino, Pflanzenkohle, Zeolith und Mykorrhiza
Kapitel 01

Woraus wir den Boden zusammensetzen und was jeder Bestandteil leistet

Abb. 01 Links Tonboden mit überwiegendem Sandanteil; die Punkte stellen die vorhandene Erde dar. Es gibt wenige Zuschlagstoffe, und die gestrichelte Linie mit Pfeil zeigt den Wasserweg nach unten. Rechts sandige Erde mit mehr Zuschlagstoffen: Der Tropfen bleibt zwischen ihnen.

In diesem Artikel stellen wir die einzelnen Bestandteile vor und erklären, wann sich ihr Kauf lohnt. Zuerst müssen wir wissen, was dem Boden fehlt: Eine Fingerprobe hilft, die Bodenart zu erkennen. Konkrete Anteile und Einarbeitungstiefen finden Sie im nächsten Artikel Boden für den Rasen mischen, die Mengen für Ihre Fläche im Bodenprofilrechner und die praktischen Arbeiten in der Anleitung Boden vorbereiten und die Mischung einbauen.

Stellen wir uns zwei benachbarte Gärten nach demselben Regen vor. Im ersten klebt die Erde an den Schuhen, und das Wasser fließt lange nicht ab. Im zweiten lässt sich bald wieder bequem gehen, doch nach einigen trockenen Tagen leidet dort bereits das Gras. Mit derselben Rezeptur würden wir zwei unterschiedliche Probleme behandeln.

Zuschlagstoffe für Rasen: Was sie leisten und wann Sie darauf verzichten können

MaterialWobei es helfen kannWann es das Problem nicht löstWas Sie beim Kauf prüfen sollten
SandWobei es helfen kannIn einer passend geplanten Mischung verändert er die mineralische Zusammensetzung und den Raum für Wasser und Luft.Wann es das Problem nicht löstEr beseitigt kein Hindernis unter der neuen Schicht; in sandigem Boden ist weiterer Sand unnötig. Eine kleine Zugabe zu Tonboden kann die Mischung dichter machen.Was Sie beim Kauf prüfen solltenKörnung, Schluff- und Tongehalt, Waschung und Eignung der Mischung, geprüft in einem kleinen Versuch.
PflanzenkohleWobei es helfen kannSie kann die Speicherung eines Teils des Wassers und der Nährstoffe unterstützen, besonders in leichtem Boden.Wann es das Problem nicht löstSie ersetzt weder das Beseitigen von Verdichtungen noch die Entwässerung. Befeuchten allein ersetzt keine Anreicherung mit Nährstoffen.Was Sie beim Kauf prüfen solltenEignung für den Boden, Vorbereitung vor der Verwendung und tatsächlicher Pflanzenkohleanteil in einem Mischprodukt.
ZeolithWobei es helfen kannEr hilft, bestimmte Nährstoffe zu halten, und kann den Wasserhaushalt unterstützen.Wann es das Problem nicht löstEr löst keine Probleme mit undurchlässigem Untergrund und ist in gut funktionierendem Boden nicht automatisch nötig.Was Sie beim Kauf prüfen solltenZusammensetzung, Körnung, empfohlene Anwendung und Schüttdichte zur Umrechnung von Volumen in Masse.
ActinoWobei es helfen kannEr ergänzt organische Substanz und Nährstoffe, wo sie dem Boden fehlen.Wann es das Problem nicht löstEr ersetzt nicht die Lockerung einer verdichteten Schicht; in gepflegtem Lehmboden kann eine weitere Zugabe unnötig sein.Was Sie beim Kauf prüfen solltenProduktanleitung, die mit der Dosis eingebrachten Nährstoffe und ihre Berücksichtigung bei der gesamten Düngung.
Mykorrhiza-PräparatWobei es helfen kannKann nach umfangreichem Bodenumbau oder in einer neuen Mischung mit wenig biologisch aktivem Boden erwogen werden.Wann es das Problem nicht löstEs ersetzt keinen funktionsfähigen Wurzelraum. Trockenheit oder Sandboden allein belegen keinen Bedarf.Was Sie beim Kauf prüfen solltenEignung für Rasen, Dosis und Platzierung im Kontakt mit jungen Wurzeln.

Die Auswahl beginnt mit der Bodenprüfung, nicht mit einer Einkaufsliste. Sie müssen nicht alle Bestandteile verwenden. Anteile, Voraussetzungen und Einarbeitungstiefen erklären die anschließenden Modellrezepturen.

Ein hölzernes Mischbrett auf festgetretenem Boden: links ein Häufchen dunkler gesiebter Erde, rechts heller Sand, über den bereits ein Streifen Erde verläuft. Hinter dem Brett unscharfer Rasen im warmen Abendlicht.
Abb. 02 Links dunkle gesiebte Erde, rechts heller Sand, über den bereits ein Streifen Erde verläuft: zwei Materialien, die auf der Platte erst noch vermischt werden.

Die Materialien können in beiden Gärten gleich sein: Sand, vorhandene Erde, Pflanzenkohle, Actino (früher Biovin) und Zeolith. Ihre Aufgaben und Mengen ändern sich. In tonigem Boden müssen wir Wege für Luft und überschüssiges Wasser öffnen; nährstoffarmem Sandboden helfen, Feuchtigkeit und Nährstoffe zu halten.

Sand und Erde: Auch die Zwischenräume entscheiden

Sand wirkt wie der einfachste Posten der ganzen Bestellung. Kein komplizierter Name, kein Versprechen eines biologischen Wunders. Nur Körner. Dennoch können gerade seine Auswahl und Menge entscheiden, ob die Mischung die gewünschten Eigenschaften erhält.

Sand ist für die Belüftung des Bodens wichtig: In geeigneter Menge und Körnung hilft er Sauerstoff, zu den Wurzeln zu gelangen. Wir müssen aber darauf achten, wie viel Sand wir in welchen Boden mischen. In sandigem Boden wäre weiterer Sand Geldverschwendung. Eine kleine Sandmenge in tonigem Boden kann dagegen die Mischung noch dichter machen und dem gesunden Rasenwachstum sogar schaden.

Abb. 03 Links ungewaschener, rechts gewaschener Sand mit gleich angeordneten Körnern. Nur der Inhalt der Zwischenräume unterscheidet sich. Die gestrichelte Linie mit Pfeil nach unten zeigt den Wasserabfluss.

Im anschließenden Artikel zu den Mischungsverhältnissen verwenden wir gewaschenen Quarzsand mit überwiegend etwa 0,25–⁠1 mm großen Körnern. Jeder Teil dieser Bezeichnung hat einen Grund: Waschen verringert unerwünschte Feinanteile, Quarz liefert beständige Körner, und eine passende Körnung schafft Raum für die Bewegung von Wasser und Luft.

Warum gewaschen? Sand kann auch Schluff- und Tonteilchen enthalten. Sie sind viel kleiner als die Sandkörner und können die Zwischenräume ausfüllen.

Ein hoher Feinanteil kann die Durchlässigkeit der fertigen Mischung begrenzen und nach dem Wasserabfluss weniger Raum für Luft lassen. Durch Waschen sinkt dieser Anteil. So bringen wir mit dem Sand nicht unnötig weiteren Ton und Schluff in den Boden, wenn gerade deren Überschuss das Problem ist.

Warum Quarzsand? Quarz ist ein hartes Mineral, das unter üblichen Bodenbedingungen chemisch beständig ist. Seine Körner zerfallen nicht leicht und können langfristig das stabile mineralische Gerüst einer Mischung bilden.

Hinweis zum Kauf: Bei Betonsand steht oft nicht ausdrücklich dabei, dass er gewaschen ist, obwohl dies häufig der Fall ist. Bei seiner Aufbereitung werden Ton und andere unerwünschte Feinanteile für die Verwendung im Beton üblicherweise entfernt. Ist Betonsand nicht ausdrücklich als ungewaschen bezeichnet, ist er deshalb meist gewaschen; zur Sicherheit sollten Sie dies beim Lieferanten bestätigen lassen.

Die vorhandene Erde liefert unterdessen, was dem Sand allein fehlt. Sie enthält feinere Teilchen, organische Substanz und Oberflächen, an denen Wasser und bestimmte Nährstoffe gehalten werden können.

Vier Helfer im Überblick

Wenn Sie den Mauszeiger über eine Karte bewegen oder sie antippen, erfahren Sie, was der jeweilige Bestandteil leistet und woher er stammt.

Detail von Traubenkompost Actino: kleine dunkelbraune Pellets aus Traubentrester auf einem alten Holzbrett im warmen Seitenlicht.
ActinoOrganische Substanz und langsam freigesetzte Nährstoffe für einen guten Rasenstart. Ergänzt, was einem nährstoffarmen Boden fehlt.0–⁠10 cm · 0 oder 2,5–⁠10 % des Volumens
Detail von Pflanzenkohle: mattschwarze poröse Holzkohlekörner von zwei bis acht Millimetern Größe auf einem alten Holzbrett.
PflanzenkohleHilft, einen Teil der Feuchtigkeit und Nährstoffe im Wurzelbereich zu halten. Besonders interessant für leichte Böden, die nach dem Gießen schnell austrocknen.0–⁠10 cm · 2–⁠10 % des Volumens
Detail von Klinoptilolith-Zeolith: hellgraugrüne, scharfkantige Körner von einem halben bis einem Millimeter auf einem alten Holzbrett.
ZeolithKlinoptilolith 0,5–⁠1 mm. Hält Kalium und Stickstoffformen, die ausgewaschen würden, und gibt sie nach und nach an die Wurzeln zurück.0–⁠15 cm · 2–⁠10 % des Volumens
Detail eines Mykorrhiza-Präparats: feine beige Körner des Trägermaterials mit kleinen Wurzelstücken auf einem alten Holzbrett.
MykorrhizaFeine Pilzfäden können den Bereich erweitern, aus dem die Wurzeln Nährstoffe erschließen. Gezielte Unterstützung bei der Rasenanlage in einer überwiegend neuen Mischung.unter das Saatgut · Dosis nach Anleitung

Actino: organische Nährstoffe für einen guten Rasenstart

Bei der Rasenanlage haben wir die Gelegenheit, von Anfang an gute Bedingungen für die Wurzeln zu schaffen. Actino ergänzt den Boden mit organischer Substanz und Nährstoffen, die nach und nach freigesetzt werden. Am sinnvollsten ist das bei nährstoffarmer Erde, der lange keine organische Substanz zugeführt wurde. Neben Sand und Erde nehmen wir so auch ein Material in die Mischung auf, das Bodenorganismen weiterverarbeiten können.

Actino ist ein Traubenkompost aus dem Trester, der bei der Traubenverarbeitung übrig bleibt. Durch kontrollierte Umwandlung unter Luftzufuhr, die sogenannte aerobe Humifizierung, entsteht daraus ein Zuschlagstoff zur Bodenverbesserung. Herkunft und Herstellung beschreibt der Hersteller. Während Sand die Anordnung der Bodenteilchen verändert, liefert Actino organische Substanz und Nährstoffe. Wir können es bei der Bodenvorbereitung und später zur Rasendüngung nach Produktanleitung verwenden.

In unseren Beispielen erhält es den größten Anteil in nährstoffarmem, schnell austrocknendem Sandboden. In schwerem Boden mit wenig organischer Substanz verwenden wir einen kleineren Anteil; in einem gut gepflegten lehmigen Garten geben wir es nicht zur Grundmischung hinzu. Konkrete Mengen finden Sie für die einzelnen Gärten im nächsten Artikel zu den Mischungsverhältnissen. Fehlt dem Boden organische Substanz, sollte Actino bereits vor der Aussaat eingearbeitet werden, wenn es sich leicht mit der künftigen Wurzelschicht vermischen lässt. Die eingebrachten Nährstoffe berücksichtigen wir dabei im Düngeplan.

Pellets aus Traubenkompost Actino auf dunklem Gartenoberboden, einige halb eingearbeitet und bereits im Boden zerfallend.

Pflanzenkohle: Feuchtigkeits- und Nährstoffvorrat direkt an den Wurzeln

Wir gießen, doch der leichte Boden trocknet bald wieder aus. Gerade in einem solchen Garten lohnt sich ein Blick auf Pflanzenkohle. Ihre kleinen Poren können einen Teil des Wassers halten, und ihre Oberflächen können helfen, bestimmte Nährstoffe zu speichern. So kann ein Teil des Vorrats länger in der Wurzelschicht bleiben. Für Rasen auf nährstoffarmem Sandboden ist das ein guter Grund, auch die Zuschlagstoffe bei der Anlage sorgfältig auszuwählen.

Pflanzenkohle entsteht, wenn organisches Ausgangsmaterial unter begrenzter Sauerstoffzufuhr erhitzt wird. Ein Teil des Kohlenstoffs bleibt in einem festen, porösen Material mit vielen kleinen Hohlräumen zurück. Nach gleichmäßigem Einmischen können wir es uns als kleine Speicher zwischen den Erdkörnern vorstellen. Wie gut sie funktionieren, hängt vom Boden, den Eigenschaften der jeweiligen Pflanzenkohle und der gewählten Dosis ab.

Für eine einfache Vorbereitung wählen Sie Pflanzenkohle für die Bodenanwendung, die bereits mit Nährstoffen angereichert und zum Einarbeiten bereit ist. Ungeladene Pflanzenkohle kann dem Boden anfangs einen Teil der Nährstoffe entziehen. Bereiten Sie sie deshalb vor der Verwendung beispielsweise mit feuchtem Kompost vor. Wasser allein ersetzt diese Anreicherung nicht. Was beim Kauf zu prüfen ist und wie der im Produkt enthaltene Kompost berücksichtigt wird, zeigt der folgende Abschnitt.

Schwarze poröse Pflanzenkohlekörner, vermischt mit brauner krümeliger Erde – ein Kontrast zwischen mattem Schwarz und Erdklumpen.

Zeolith: Manche Nährstoffe können länger bleiben

Zeolith kann einen Teil der Nährstoffe aufnehmen, halten und nach und nach wieder an den Boden abgeben, wo Rasenwurzeln sie nutzen können. So hilft er beispielsweise, Kalium und bestimmte Stickstoffformen zu bewahren, die sonst mit dem Wasser ausgewaschen werden könnten.

Wir können ihn uns als kleinen Nährstoffspeicher vorstellen. Seine Kapazität ist begrenzt, und er hält nicht alle Nährstoffe gleich gut. Ein Teil der Nährstoffversorgung kann dadurch aber länger in Reichweite der Wurzeln bleiben.

Im nächsten Artikel zu den Mischungsverhältnissen verwenden wir Klinoptilolith-Zeolith mit einer Körnung von 0,5–⁠1 mm. Sein benötigter Anteil unterscheidet sich von Garten zu Garten.

Ein Grund liegt in der Erde selbst. Tonteilchen und organische Substanz können bereits bestimmte Nährstoffe an ihren Oberflächen binden. Fachlich heißt diese Fähigkeit Kationenaustauschkapazität. Nährstoffarmer Sand hat weniger solcher Bindungsplätze, deshalb geben wir ihm einen höheren Zeolithanteil. Für die praktische Arbeit genügt diese Folgerung: In schwerem Boden beginnen wir mit einer kleineren Dosis, in leichtem Sandboden mit einer größeren. Zeolith ersetzt jedoch weder die Lockerung verdichteter Erde noch die Ableitung überschüssigen Wassers.

Hellgraugrüne Zeolithkörner zwischen dunklen Krümeln von Gartenboden.

Mykorrhiza: mehr Boden in Reichweite der Wurzeln

Junger Rasen hat anfangs kleine Wurzeln und nur eine begrenzte Reichweite. Mykorrhizapilze können mit ihnen eine Lebensgemeinschaft bilden, bei der ihre feinen Fäden den Raum zur Nährstoffaufnahme erweitern. So kann die Pflanze auch einen Teil des Vorrats nutzen, den die Wurzeln allein noch nicht erreichen würden. In dieser Zusammenarbeit liegt der Nutzen der Mykorrhiza.

Für Rasen wählen wir ein geeignetes Präparat mit arbuskulären Mykorrhizapilzen. Der Pilz hilft der Pflanze bei der Nährstoffaufnahme und erhält im Gegenzug Kohlenstoff. Ein Präparat kommt vor allem nach einer umfangreichen Umgestaltung oder bei der Anlage in einer überwiegend neuen Mischung mit wenig biologisch aktivem Boden infrage. In einem gewachsenen Gartenboden können passende Pilze bereits vorhanden sein; ein zusätzliches Präparat bringt dann möglicherweise nicht denselben Nutzen. Das Ergebnis hängt vom jeweiligen Boden, dem Produkt und den Bedingungen für die Lebensgemeinschaft ab.

Wenn Sie Rasen in einer neuen Mischung anlegen, besorgen Sie ein geeignetes Präparat bereits vor der Aussaat, damit es nach Anleitung dort eingebracht werden kann, wo die jungen Wurzeln damit in Kontakt kommen. Mykorrhiza wird nicht wie Zeolith als Volumenanteil dosiert: Wir geben lebende Pilze hinzu, keinen weiteren Anteil der mineralischen Mischung. Entscheidend sind die Produktzusammensetzung, die empfohlene Dosis und die richtige Platzierung, nicht allein der Sand- oder Tonanteil. Damit erhält der Kauf einen klaren Zweck: die Zusammenarbeit gerade in der neuen Wurzelschicht zu fördern.

Kapitel 02

Was Sie beim Kauf von Pflanzenkohle prüfen sollten

Abb. 04 Beachten Sie die Pfeilrichtung: Links wandern Nährstoffe aus dem umgebenden Boden in das ungeladene Korn mit leeren Poren; rechts gelangen sie aus dem aufgeladenen Korn zur Wurzel.

Am einfachsten ist Pflanzenkohle für die Bodenanwendung, die bereits mit Nährstoffen angereichert und zum Einarbeiten vorbereitet ist. Prüfen Sie in der Beschreibung oder beim Lieferanten genau diese beiden Punkte: die Eignung für den Boden und die bereits erfolgte Nährstoffanreicherung. Diese Anreicherung wird häufig „Aufladen“ genannt. Befeuchten mit Wasser allein ersetzt sie nicht.

Der Grund ist einfach: Ungeladene Pflanzenkohle kann dem umgebenden Boden zunächst eher Nährstoffe entziehen, als ihn damit anzureichern. Stellen Sie sie sich wie einen leeren Speicher vor, der sich erst füllt. Er bindet einen Teil der Bodennährstoffe, sodass dem Gras vorübergehend weniger zur Verfügung stehen können.

Auch Mikroorganismen, die leicht abbaubare Kohlenstoffreste in der Pflanzenkohle zersetzen, können vorübergehend einen Teil des verfügbaren Stickstoffs verbrauchen. Deshalb laden wir Pflanzenkohle vor dem Einarbeiten auf – wir reichern sie im Voraus mit Nährstoffen an, beispielsweise durch Vorbereitung mit feuchtem Kompost.

Wasser hilft den Nährstoffen, in die kleinen Poren einzudringen; ein Teil bindet sich an der Oberfläche. Kompost hilft zugleich bei der Besiedlung durch Mikroorganismen. Sauberes Wasser allein genügt aber nicht: Es befeuchtet die Pflanzenkohle, versorgt sie jedoch nicht mit Nährstoffen.

Eine weitere Frage beim Kauf verhindert Mengenfehler: Wie viel reine Pflanzenkohle enthält die Lieferung? Die Rezepturen im Artikel Boden für den Rasen mischen rechnen mit dem Volumen der Pflanzenkohle, nicht mit der gesamten Mischung aus Kohle und Kompost.

Mitgelieferten Kompost oder den beim eigenen Aufladen verwendeten Kompost rechnen wir deshalb gesondert ein – ebenso die mitgebrachten Nährstoffe im Düngeplan. Wie Bestandteile eines Mischprodukts berücksichtigt werden, erklärt die Materialumrechnung für die Bestellung.

Wenn Sie nicht angereicherte Pflanzenkohle kaufen, verlangen Sie eine Anleitung für genau dieses Produkt: eine geeignete Nährstoffquelle, das Verhältnis der Bestandteile und die Vorbereitungsdauer. Aus dem Namen „Pflanzenkohle“ allein lassen sich diese Angaben nicht ableiten. Arbeiten Sie sie erst nach der Vorbereitung gemäß dieser Anleitung in den Boden ein.

Kapitel 03

Für Mykorrhiza-Präparate gelten eigene Dosierungsregeln

Abb. 05 Links drei Bodenarten, rechts ein Ausschnitt aus der Anleitung: Alle Linien führen zur selben Zeile. Der durchgestrichene Aufwärtspfeil bei Dosis A zeigt, dass Sandboden die Dosis nicht erhöht. Die durchgestrichene Bodenart bestimmt die Dosis nicht.

Ein separates Mykorrhiza-Präparat kann nach einer umfangreichen Umgestaltung oder beim Aufbau einer überwiegend neuen Mischung mit wenig biologisch aktivem Boden erwogen werden. Trockenheit allein beweist keinen Mangel an geeigneten Pilzen. Kein Präparat zu kaufen bedeutet auch nicht, dass im Boden keine Mykorrhizapilze vorhanden sind.

Die Dosis richtet sich nach der Anleitung des konkreten Produkts und dem Verwendungszweck, nicht nach der Bodenart. Unterscheidet die Anleitung zwischen üblicher Anlage und anspruchsvolleren Bedingungen, wählen Sie die passende Anwendung. Sandiger Boden allein erhöht die Dosis nicht. Beim selben Produkt und derselben Anwendung kann sie im tonigen, lehmigen und sandigen Garten gleich bleiben.

Das Präparat muss mit jungen Wurzeln in Kontakt kommen. Wann und wo es bei der Anlage eingebracht wird, zeigt die praktische Anleitung zur Platzierung von Mykorrhiza.

Die Aufgaben der Materialien kennen wir nun. Ihre Volumenanteile und die Verteilung nach Tiefe wählen wir im Artikel Boden für den Rasen mischen. Der Bodenprofilrechner rechnet sie in Mengen für den eigenen Garten um, und die Anleitung zur Vorbereitung der Mischung führt durch die praktischen Arbeiten.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Pflanzenkohle wird vorher mit Nährstoffen angereichert; ein Mykorrhiza-Präparat wählen und dosieren wir nach seiner Anleitung.

Was bedeutet „aufgeladene“ Pflanzenkohle, und warum keine ungeladene kaufen?

Aufladen bedeutet, Pflanzenkohle vorab mit Nährstoffen anzureichern, beispielsweise durch Vorbereitung mit feuchtem Kompost. Ungeladene Kohle wirkt anfangs wie ein leerer Speicher: Sie entzieht dem umgebenden Boden eher Nährstoffe, als ihn damit anzureichern. Dem Gras können dadurch vorübergehend weniger Nährstoffe zur Verfügung stehen. Befeuchten mit Wasser allein ersetzt das Aufladen nicht – es befeuchtet die Kohle, versorgt sie aber nicht mit Nährstoffen.

Richtet sich die Dosis eines Mykorrhiza-Präparats nach der Bodenart?

Nein. Die Dosis richtet sich nach der Anleitung des konkreten Produkts und dem Verwendungszweck. Sandboden allein rechtfertigt keine höhere Dosis; das Präparat wird bei den künftigen jungen Wurzeln platziert.

Braucht jeder Garten alle Zuschlagstoffe?

Nein. Wählen Sie das Material nach der Eigenschaft aus, die Sie verändern möchten. In gut funktionierendem Boden kann der Kauf unnötig sein. Konkrete Voraussetzungen und Fälle, in denen Sie darauf verzichten können, nennen die Modellrezepturen.

Das nehmen Sie mit

Jetzt wissen Sie, worauf Sie aufbauen können.

  • Jeden Zuschlagstoff wählen Sie für ein konkretes Bodenproblem aus.
  • Pflanzenkohle gehört mit Nährstoffen angereichert in den Boden; Befeuchten allein genügt nicht.
  • Dosis und Platzierung der Mykorrhiza richten sich nach dem jeweiligen Präparat.

Im nächsten Artikel

Die Materialien kennen Sie. In welchem Verhältnis werden sie gemischt?

Warum brauchen tonige und sandige Gärten unterschiedliche Rezepturen? Drei Beispiele zeigen, wie viel Raum die einzelnen Bestandteile erhalten und in welche Tiefe sie gehören.

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